Arbeitshilfen: Ermittlung SVHC in Erzeugnissen

Die aktuelle Änderung der Kandidatenliste vom 15.01.2019 finden Sie hier. Die neuen SVHC werden so schnell wie möglich in unsere Tabellen eingepflegt.

Sie stehen vor der Aufgabe, zu ermitteln, ob sich in Ihren Erzeugnissen besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) der REACH Kandidatenliste befinden?

Um Sie bei der Lösung dieser Aufgabe zu unterstützen, bieten wir Ihnen auf diesen Internetseiten einige nützliche Arbeitshilfen an. Diese Arbeitshilfen ermöglichen Ihnen, sich der Klärung dieser Frage aus verschiedenen Richtungen zu nähern. Wenn Sie beispielsweise wissen, aus welchen verschiedenen Materialien sich Ihr Erzeugnis zusammensetzt, können Sie in der „Liste SVHC sortiert nach Materialien“, die SVHC finden, deren Vorkommen in dem entsprechenden Material wahrscheinlich ist.

Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie Sie die Arbeitshilfen nutzen können:

  • Die erste Arbeitshilfe „Liste SVHC mit Relevanz für Erzeugnisse“ ist eine Zusammenstellung aller SVHC der Kandidatenliste, von welchen bekannt ist, dass sie in Erzeugnissen in Konzentrationen oberhalb der Grenze von 0,1 % enthalten sein könnten. Sie finden hier außerdem Beispiele für konkrete Erzeugnisse, in denen die einzelnen SVHC enthalten sein können. So können Sie Vergleiche mit Ihren Produkten anstellen und damit die Relevanz einzelner SVHC ermitteln.
  • Die Arbeitshilfe „Liste SVHC sortiert nach Materialien“ führt SVHC auf, die in bestimmten Materialien und Materialuntergruppen vorkommen könnten. Hier finden Sie z. B. eine Auflistung von SVHC, die in Kunststoffen enthalten sein könnten. Anhand dieser Informationen können Sie Ihre Anfragen an Lieferanten oder Laboraufträge auf jene SVHC eingrenzen, deren Gehalt in den Materialien, die in Ihrem Erzeugnis verwendet sind, wahrscheinlich(er) ist.
  • In der „Liste SVHC geringe Relevanz für Erzeugnisse“ finden Sie Informationen zu SVHC, bei denen die Prüfung der verfügbaren Informationen nahe gelegt hat, dass ein Gehalt oberhalb von 0,1 % in den meisten Erzeugnissen unwahrscheinlich ist. Damit können Sie bestimmte SVHC niedriger priorisieren.
  • Die „Datenblätter zu SVHC“ enthalten viele nützliche Informationen über die einzelnen SVHC, die eine Relevanz für Erzeugnisse und/oder Materialen haben, in komprimierter Form (z. B. Stoffbezeichnungen, Funktionen und Anwendungen der SVHC, gefährliche Eigenschaften oder Informationen zu Verwendungsverboten und Beschränkungen). Sie finden diese sowohl in den Tabellen/Listen, wenn dort hinter dem Stoffnamen ein Link hinterlegt ist, als auch auf der Seite „Datenblätter zu SVHC“.
  • Im Bereich „Liste generell beschränkter SVHC“ finden Sie eine Tabelle mit den SVHC, bei denen sich die Frage einer Kommunikation zu den Stoffen in Erzeugnissen nicht oder nur in ganz bestimmten Sonderfällen stellt. Für diese SVHC bestehen ab einem bestimmten Grenzwert weitergehende Beschränkungen, die dazu führen, dass sie in der EU in keinem Erzeugnis vorhanden sein dürfen. Das bedeutet, dass hier Beschränkungen gelistet sind, die für jede Art von Erzeugnis gelten und sich somit legal keines dieser Erzeugnisse auf dem EU-Markt befinden dürfte.
Wichtig: Es ist darüber hinaus zu beachten, dass Beschränkungen auch für einzelne spezifische Erzeugnisse bestehen können. Diese Stoffe können dann in anderen Erzeugnissen erlaubt sein und dann bestehen auch wieder die Kommunikationspflichten zu SVHC in Erzeugnissen. Informationen zu solchen Beschränkungen finden Sie in den Datenblättern.

 

Hintergrundinformationen zur Erstellung der Arbeitshilfen

Bei der Erarbeitung der oben vorgestellten Arbeitshilfen wurden verfügbare, öffentlich zugängliche Informationsquellen dahingehend ausgewertet, ob Hinweise darauf enthalten sind, dass SVHC der Kandidatenliste in konkreten Erzeugnissen vorkommen könnten. Die Arbeitshilfen teilen die Stoffe der Kandidatenliste dahingehend auf, ob sie grundsätzlich in Erzeugnissen vorkommen können (Sie also genauer hinschauen müssen, ob der Stoff auch in Ihrem Erzeugnis enthalten ist) oder ein Gehalt in Erzeugnissen unwahrscheinlich ist (daraus können Sie schließen, dass ein SVHC eher nicht in Ihrem Erzeugnis enthalten sein könnte).

Ferner wurden die Quellen dahingehend ausgewertet, ob die SVHC in bestimmten Materialien (mit Relevanz für Erzeugnisse) verwendet werden und somit dazu beitragen, dass ein Gehalt von SVHC oberhalb der Grenze von 0,1 % in einem Erzeugnis wahrscheinlich ist.

Zu den SVHC, für die nach Auswertung der Quellen Hinweise darüber vorlagen, dass sie in Erzeugnissen enthalten sein könnten, wurden teilweise zusätzlich (Stoff-) Datenblätter erstellt, die begleitende Informationen zur Verfügung stellen. Dabei wurden auch Datenblätter für Stoffgruppen angelegt, wenn dies sinnvoll erschien (z. B. weil sehr ähnliche Funktionalitäten gegeben waren). Sie sind auf diesen Internetseiten als HTML online einsehbar und stehen als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

Zudem wurden möglicherweise einschlägige Beschränkungen für SVHC der Kandidatenliste gesammelt, sofern diese sich auf Teilbereiche einer möglicherweise bestehenden Informationspflicht zu Stoffen in Erzeugnissen beziehen.

Das beinhaltet konkret Beschränkungen, die sich auf bestimmte Erzeugnisse beziehen (z. B. Spielzeug und Babyartikel).

 

Bitte beachten Sie

Die Informationen auf diesen Internetseiten geben lediglich HINWEISE darauf, in welchen Materialien oder Erzeugnissen ein SVHC enthalten sein könnte. Für Ihr konkretes Produkt ist der konkrete SVHC-Gehalt durch Anfragen in der Lieferkette oder ggf. Analysen zu überprüfen.
Die hier bereitgestellten Informationen stammen aus öffentlich verfügbaren Quellen und können dadurch teilweise lückenhaft sein. Es kann also sein, dass SVHC auch in Materialien verwendet werden, die nicht in den Tabellen aufgeführt sind. Dies gilt insbesondere bei Verunreinigungen. Sollten Ihnen die Aussagen Ihrer Lieferanten nicht (vollständig) plausibel erscheinen, erwägen Sie eine Analyse, um den SVHC-Gehalt in einem Erzeugnis zu ermitteln.

 

Weitere Informationen zur Datengrundlage

Die Stoffhersteller und -importeure geben in ihren Registrierungsdossiers an, welche Verwendungen für einen bestimmten Stoff vorgesehen sind (registrierte Verwendungen). Daher sind die Registrierungsdossiers von SVHC die zentrale Informationsquelle für die Anwendungsinformationen. Die Informationen zur Verwendung in der Lieferkette sind zu kommunizieren und einzuhalten.

Es ist jedoch zu beachten, dass andere Verwendungen von SVHC als die registrierten Verwendungen möglich sind.

Die registrierten Verwendungen sind in den Dossiers in groben Kategorien abgebildet, sodass hier Branchen und Materialien identifiziert werden können, in denen SVHC vorkommen (z. B. Textilien oder Polymere).

Konkrete Erzeugnisse oder Erzeugnistypen, in denen SVHC verwendet werden, sind selten in den Registrierungsdossiers benannt. Zudem sind Erzeugnisse oft aus sehr unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt, was die Eingrenzung auf bestimmte SVHC in einem Erzeugnis schwierig macht. Teilweise gibt es jedoch Informationen über SVHC in Erzeugnissen aus den Anmeldungen der SVHC nach Artikel 7(2). Daten zu Anwendungen von SVHC in Erzeugnissen sind in den Tabellen teilweise auch für bestimmte Erzeugnisse konkretisiert. Diese sollten jedoch nicht als vollständige Auflistung, sondern eher als Beispiele gewertet werden. Informationen zu Erzeugnissen finden sich ggf. auch in den Datenblättern.

Die Informationen aus den Registrierungsdossiers wurden für die SVHC mit Datenblättern durch weitere Quellen ergänzt, z. B. Untersuchungen von Behörden oder Umweltverbänden, Informationen von Stoffherstellern oder aus Branchenstandards.