Datenblätter zu SVHC

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Liste von Datenblättern für einzelne SVHC sowie für Gruppen von SVHC.

In den Datenblättern finden Sie weitergehende Informationen zu den Stoffen (u. a. Synonyme, Informationen zu gefährlichen Eigenschaften) sowie zusätzliche Details zur Verwendung der Stoffe/Stoffgruppen.

Derzeit liegen nur für einen Teil der Stoffe Datenblätter vor. Diese werden in den nächsten Monaten ergänzt, mit dem Ziel, mittelfristig für alle SVHC der Kandidatenliste, die in Erzeugnissen vorkommen könnten, ein Datenblatt bereitzustellen.

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Diethylhexylphthalat (DEHP)

Datenblatt (pdf)

 

Übersicht über die Stoffidentitäten

 

Stoffname 1

Name (IUPAC)

Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)

CAS-Nr.

117-81-7

EINECS

204-211-0

Synonyme (*1)

DEHP; DOP; Phthalsäure bis(2-ethylhexyl ester); Di-2-Ethylhexylphthalat; Diethylhexylphthalat; Dioctylphthalat

Warum SVHC

Reproduktionstoxisch und hormonähnliche Wirkung

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(*1) weitere Synonyme: keine

 

Weichmacher in Polymerprodukten (hauptsächlich PVC): Baumaterialien - Tapeten, Bodenbeläge - Möbel und Autoinnenverkleidungen, Schuhe, Regenbekleidung, PVC-Handschuhen, Kunstleder in Möbeln und Fahrzeugsitzen sowie Spielzeug und Lebensmittelkontaktmaterial.

2.1 Bekannte Funktionen der Stoffe

Weichmacher hauptsächlich in PVC, aber auch in anderen Polymeren, einschließlich natürlichem und synthetischem Gummi und in Klebstoffen.

Lösemittel in (der Herstellung von) Epoxidharzen oder bestimmten Tinten.

2.2 Möglicher Einsatz in Materialien

DEHP wird lediglich in Kunststoffen und Gummi direkt eingesetzt. Diese können auch Bestandteile von Beschichtungen und Klebstoffen sein. Ist DEHP in Beschichtungen und Klebstoffen enthalten, so kann es auch in oder auf Erzeugnissen gelangen, die nicht aus Polymeren bestehen.

Übersicht über den möglichen Gehalt von DEHP in Materialien

Material

Gehalt > 0,1 % wahrscheinlich?

Funktion/Kommentar

Sonstige
Informationen

Eisen und Stahl

Nein

 

Kann in Beschichtungen und Klebstoffen enthalten sein

Glas & Keramik

Nein

 

Gummi

Ja

Weichmacher, Lösemittel

Holz

Nein

 

Kunststoff

Ja

Weichmacher, Lösemittel

Leder

Nein

 

Mineralische Materialien

Nein

 

Nichteisenmetalle

Nein

 

Papier

Nein

Verunreinigung aus Prozesshilfsmitteln möglich

Textilien

Nein

Gehalt in Accessoires möglich

Beschichtungen

Ja

Weichmacher, Lösemittel

 

DEHP kann in Kunststoffen und Gummi in Konzentrationen zwischen 0,2 % und 50 % enthalten sein.

DEHP kann in beschichteten oder geklebten Materialien oder Erzeugnissen enthalten sein. Es ist nicht bei allen Materialien/Erzeugnissen direkt erkennbar, ob sie beschichtet sind. So sind viele Papiere beschichtet und können daher auch SVHC enthalten.

Verwendungen in Beschichtungen, die in oder auf Erzeugnissen verwendet werden können, sind Lacke und Farben oder Druckfarben (als Lösemittel) für Papier, Textilien und Kunststoffen. Neben Klebstoffen (z. B. für Kartons, Holz) kann DEHP auch in Dichtmassen enthalten sein.

2.2.1 Materialuntergruppen

Polyvinylchloride, PVC

2.3 Einsatz in Erzeugnissen

Die Einsatzbereiche in Erzeugnissen sind entweder aus den Meldungen an die ECHA entnommen oder entsprechenden Hinweisen von Herstellern. Die aufgeführten Erzeugnisse sind als Beispiele für Erzeugnisse zu werten, in denen die SVHC enthalten sein könnten.

Prinzipiell kann DEHP in allen Erzeugnissen enthalten sein, die aus weichgemachtem Kunststoff bestehen, weichgemachte Kunststoffteile enthalten oder mit Beschichtungen oder Klebstoffen behandelt sind (beschichtet und/oder geklebt), die DEHP enthalten.

2.3.1 Beispiele für Kunststofferzeugnisse

Bodenbeläge, Teppiche mit PVC-Rückenbeschichtungen, Tapeten (auch Vlies), Profile für Fenster und den Elektrobereich, Dichtungen, Dachdichtungsbahnen

Möbel, Haushaltsgeräte, Batterien und Akkumulatoren, Medizingeräte, Elektronische Produkte (Gehäusekunststoffe), Planschbecken, Kunstleder

Schuhe, Regenbekleidung, Handschuhe, Sport- und Freizeitartikel, Taschen

Autoinnenverkleidung, Kfz-Unterbodenschutz, Lkw-Planen

Blutbeutel und Schläuche (medizinische Anwendung), Schläuche (Garten, Landwirtschaft, Industrie), Kabel und Kabelummantelungen, Klebebänder, Treibhausfolien, Folien für die Fischzucht

Schreibwaren, Wasserspielzeug und Schwimmhilfen, Griffe von Werkzeugen, Sportgeräte, Verpackungen, Kinder- und Babyartikel, Spielzeuge, Lebensmittelverpackungen

2.3.2 Beispiele für Gummierzeugnisse

Reifen, Schuhe, Spielzeuge, Gummistiefel

2.3.3 Beispiele für Textilerzeugnisse

Beschichtete Textilen: Heimtextilien (Vorhänge, Teppiche), Bekleidung, Matratzen, Spielzeuge, Sportbekleidung, Regenbekleidung

In einer Studie der dänischen Umweltagentur aus dem Jahr 2003 wurde DEHP in unterschiedlichen Textilien nachgewiesen, jedoch weit unterhalb von 0,1 Gew.-%.

2.4 Informationen zu Freisetzungen und Expositionen

DEHP ist nicht fest in Kunststoffe oder Gummi eingebunden und kann daher in die Umwelt freigesetzt werden. Auch bei direktem Kontakt, z. B. dem Nuckeln von Kleinkindern, kann DEHP direkt aus Erzeugnissen herausgelöst werden.

Daten aus dem Human-Biomonitoring aus Deutschland zeigen, dass u. a. Kinder hohe Phthalatkonzentrationen im Körper haben.

 

Im Folgenden ist aufgelistet, welche Beschränkungen es für die Verwendung bzw. den Gehalt von DEHP in Erzeugnissen gibt. Anforderungen, die sich auf Gemische beziehen, finden sich hier nicht.

Importeure von Erzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern sind dafür verantwortlich, dass diese den EU-Regelungen entsprechen. Das heißt unter anderem, dass geltende Beschränkungen eingehalten werden (SVHC-Gehalt unterhalb definierter Konzentrationsschellen oder ausgeschlossen). Die folgenden Regelungen existieren für DEHP in Erzeugnissen:

 

  • REACH Anhang XVII (Beschränkungen): DEHP darf maximal in einem Gewichtsanteil von 0,1 % enthalten sein (REACH Anhang XVII, Eintrag 51).
  • REACH Anhang XIV (Zulassungen): Die Verwendung von DEHP bedarf der Zulassung. Seit dem 21. Februar 2015 kann DEHP in der EU nur (zur Herstellung von Erzeugnissen) verwendet werden, wenn die EU-Kommission eine entsprechende Zulassung erteilt hat. Für Verpackungen von Medizinprodukten gibt es hiervon eine Ausnahme.
  • Elektro- und Elektronikgeräte (RoHS-Richtlinie): die maximal zulässige Höchstkonzentration in homogenen Werkstoffen (*3) ist auf 0,1 % beschränkt. Ausnahmen bestehen für medizinische Geräte sowie bestimmte Ersatzteile oder Teile zur Wiederverwendung von Geräten.
  • Spielzeugrichtlinie: Die Verwendung aller Stoffe mit krebserzeugenden, mutagenen oder reproduktionstoxischen Eigenschaften ist in Spielzeugen beschränkt.
  • Lebensmittelkontaktmaterialien: DEHP darf nur in Mehrfachverpackungen für nicht-fettige Lebensmittel eingesetzt werden, wenn es aus diesen nicht in das Lebensmittel freigesetzt wird (Ein Migrationswert von 1,5 mg/kg muss unterschritten werden.).

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(*2) Es sind nur die Verwendungsverbote und Beschränkungen aufgeführt, die eine Relevanz für Erzeugnisse haben. Zu betroffenen Anwendungen oder Ausnahmen ist der jeweilige Gesetzestext zu beachten. Bei Beschränkungen nach REACH Anhang XVII wird der erzeugnisrelevante Gesetzestext zitiert.

(*3) Anders als unter REACH bezieht sich in der RoHS-Richtlinie der Konzentrationsgrenzwert auf das homogene Material. Zu Details hierzu wird auf die Umsetzungsleitfäden und –Hilfen der RoHS-Richtlinie verwiesen.

4.1 Gefährliche Eigenschaften

Gefährliche Eigenschaften von DEHP

Informationen zur Gefährlichkeit

Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)

Allgemeine Beschreibung

DEHP kann die Fruchtbarkeit und die Entwicklung von Kindern im Mutterleib schädigen. Es ist für Wasserorganismen toxisch.

Gründe für Aufnahme in Kandidatenliste

Reproduktionstoxizität (2008) und hormonähnliche Wirkung (ergänzt in 2014)

PBT/vPvB

DEHP ist kein PBT/vPvB

Weitere Informationen

Für DEHP liegen Testdaten für alle Endpunkte bis auf die chronische aquatische Toxizität vor. Es ist also nicht zu erwarten, dass sich die Bewertung der Gefährlichkeit in Zukunft ändert.

4.2 Chemikalienrechtliche Einstufung (H-Sätze) (*4)

Chemikalienrechtliche Einstufung (H-Sätze)

Chemikalienrechtliche Einstufung von DEHP

 

Mensch

Umwelt

EU-weit harmonisiert

Repr. 1b H360 FD

Keine

Laut EU - Verzeichnis

Keine weiteren Einstufungen im gemeinsamen Dossier

Akute aquatische Toxizität H400

Chronische aquatische Toxizität H410


4.3 Strukturformel(n) (*5)

SVHC DEHP
SVHC DEHP

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(*4) Im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis der ECHA sind alle Einstufungen für Stoffe auf dem europäischen Markt enthalten. Da alle Hersteller und Importeure eines Stoffes die Einstufung und Kennzeichnung an die ECHA melden und diese Informationen weder überprüft, noch automatisch harmonisiert werden (können), unterscheiden sich diese Daten für einen Stoff in den unterschiedlichen Einträgen. Hier sind entweder die Einstufungen aus gemeinsamen Registrierungsdossiers zitiert oder, falls kein solches vorliegt, die jeweils strikteste Einstufung. (Quelle: Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis)

(*5) Quelle: Strukturformeln aus den Anhang XV Dossiers der ECHA.

Im Folgenden sind nur Quellen zu Informationen angegeben, die nicht auf der Internetseite der ECHA verfügbar sind.

 

Stand der Bearbeitung: 06. Nov. 2017