Datenblätter zu SVHC

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Liste von Datenblättern für einzelne SVHC sowie für Gruppen von SVHC.

In den Datenblättern finden Sie weitergehende Informationen zu den Stoffen (u. a. Synonyme, Informationen zu gefährlichen Eigenschaften) sowie zusätzliche Details zur Verwendung der Stoffe/Stoffgruppen.

Derzeit liegen nur für einen Teil der Stoffe Datenblätter vor. Diese werden in den nächsten Monaten ergänzt, mit dem Ziel, mittelfristig für alle SVHC der Kandidatenliste, die in Erzeugnissen vorkommen könnten, ein Datenblatt bereitzustellen.

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4,4‘-isopropylidendiphenol Bisphenol A

Datenblatt (pdf)

 

Übersicht über die Stoffidentitäten

 

Stoffname 1

Name
(IUPAC)

4,4'-propane-2,2-diyldiphenol

CAS-Nr.

80-05-7

EINECS

201-245-8

Synonyme (*1)

Bisphenol A; BPA; 2,2-bis(4-hydroxyphenyl)propane

Warum SVHC

fortpflanzungsgefährdend (Artikel 57c);

ebenso besorgniserregend, wahrscheinlich schwerwiegende Wirkung auf die Umwelt (Artikel 57f)

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(*1) weitere Synonyme: keine

 

Zur Herstellung von Epoxiden und Expoxid-Härtern (industrielle und professionelle Anwendungen), Beschichtungsmaterial, zur Herstellung von Polymeren, wie z. B. Polycarbonaten und PVC; Verwendung in Thermopapier (industriell, professionell und Verbraucher).

2.1 Bekannte Funktionen der Stoffe

Flammschutzmittel, Korrosionsschutz, Hitzestabilisator, Antioxidant, Zwischenprodukt, Monomer, Oberflächenbehandlung, Weichmacher, Kleb- und Dichtstoffe etc.

2.2 Möglicher Einsatz in Materialien

Übersicht über den möglichen Gehalt von 4,4‘-isopropylidendiphenol Bisphenol A in Materialien

Material

Gehalt > 0,1 % wahrscheinlich?

Sonstige Informationen

Eisen und Stahl

Nein

 

Glas & Keramik

Nein

 

Gummi

Nein

 

Holz

Nein

 

Kunststoffe

Ja

Aus Epoxidharzen (diese können BPA enthalten) werden z. B. Beschichtungen für metallische Behälter hergestellt.

Leder

Nein

 

Mineralische Materialien

Nein

 

Nichteisenmetalle

nein

 

Papier

Ja

Über Thermopapier kann Bisphenol A direkt über die Haut ins Blut geraten.

Textilien

Ja

 

Beschichtungen und Klebstoffe

Ja

Beispiele: Beschichtungen und Farben, Verdünner, Farbentferner (PC9a), Produkte zur Behandlung von Papier und Pappe (PC 26)

 

2.2.1 Materialuntergruppen

Polycarbonate, PC, Polyurethan, PU, Epoxidharze, EP, Polyvinylchloride, PVC, Sonstige Kunststoffe

2.3 Einsatz in Erzeugnissen

Die Einsatzbereiche in Erzeugnissen sind entweder aus den Meldungen an die ECHA entnommen oder entsprechenden Hinweisen von Herstellern. Die aufgeführten Erzeugnisse sind als Beispiele für Erzeugnisse zu werten, in denen die SVHC enthalten sein könnten.

2.3.1 Beispiele für Erzeugnisse

Mechanische Geräte, Recycling-Papier, Thermopapier, Optische Medien (CDs, DVDs, Blue-ray-Discs und andere Medienformate), elektrische und elektronische Erzeugnisse (Steckdosen, Computer, Mobiltelefonetuis, Bildschirme, Kabel, Lampen etc.), Bestandteile von Automobilerzeugnissen (Reifen, Dekorative Elemente etc.), wiederverwendbare Container, Geschirr, medizinische Geräte und Anwendungen, Freizeitausrüstung (Sonnenbrillen, Kameralinsen etc.), Sportartikel, Möbel, dekorative Erzeugnisse, beschichtete Papiere, Schnuller, Spielzeug, Haarbürsten, Puppen, Konservendosen (Beschichtung) u. v. m.

2.4 Informationen zu Freisetzungen und Expositionen

Bisphenol A kann sich durch den chemischen Prozess der Hydrolyse, bei dem der Stoff durch Reaktion mit Wasser aus der gebundenen (polymeren) Form wieder freigesetzt wird, lösen und so z. B. in Lebensmittel gelangen.

  • REACH Anhang XVII (Beschränkungen): Eintrag 66: „Ab Januar 2020 in Wärmepapier beschränkt auf max. 0,02 %.“
  • REACH Anhang XIV (Zulassungen): keine Zulassungspflicht
  • Spielzeugrichtlinie: Die Verwendung aller Stoffe mit krebserzeugenden, mutagenen oder reproduktionstoxischen Eigenschaften ist in Spielzeugen beschränkt.
  • Lebensmittelkontaktmaterialien: Eine Anwendung von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien ist unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

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(*2) Es sind nur die Verwendungsverbote und Beschränkungen aufgeführt, die eine Relevanz für Erzeugnisse haben. Zu betroffenen Anwendungen oder Ausnahmen ist der jeweilige Gesetzestext zu beachten. Bei Beschränkungen nach REACH Anhang XVII wird der erzeugnisrelevante Gesetzestext zitiert.

4.1 Gefährliche Eigenschaften

Gefährliche Eigenschaften von 4,4‘-isopropylidendiphenol Bisphenol A

Informationen zur Gefährlichkeit

4,4‘-isopropylidendiphenol Bisphenol A

Allgemeine Beschreibung

Mensch (harmonisiert): Kann allergische Hautreaktionen verursachen. Verursacht schwere Augenschäden. Kann die Atemwege reizen. Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Mensch (Selbsteinstufung): Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen. Schädigt die Organe. Kann genetische Defekte verursachen. Kann Krebs erzeugen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen.

Umwelt (Selbsteinstufung): Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

Begründung für die Aufnahme in die Kandidatenliste

fortpflanzungsgefährdend (Artikel 57c)

ebenso besorgniserregend, wahrscheinlich schwerwiegende Wirkung auf die Umwelt (Artikel 57f)

4.2 Chemikalienrechtliche Einstufung (H-Sätze) (*3)

Chemikalienrechtliche Einstufung (H-Sätze) (Quelle: Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis

Chemikalienrechtliche Einstufung von 4,4‘-isopropylidendiphenol Bisphenol A

Mensch

Harmonisiert: H317, H318, H335, H360F, Selbsteinstufung: H302, H304, H340, H350, H360, H361, H370

Umwelt

Selbsteinstufung: H411, H412

4.3 Strukturformel(n) (*4)

Diese Abbildung zeigt die Strukturformel des hier beschriebenen SVHC
Diese Abbildung zeigt die Strukturformel des hier beschriebenen SVHC

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(*3) Im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis der ECHA sind alle Einstufungen für Stoffe auf dem europäischen Markt enthalten. Da alle Hersteller und Importeure eines Stoffes die Einstufung und Kennzeichnung an die ECHA melden und diese Informationen weder überprüft, noch automatisch harmonisiert werden (können), unterscheiden sich diese Daten für einen Stoff in den unterschiedlichen Einträgen. Hier sind entweder die Einstufungen aus gemeinsamen Registrierungsdossiers zitiert oder, falls kein solches vorliegt, die jeweils strikteste Einstufung. (Quelle: Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis)

(*4) Quelle: Strukturformeln aus den Anhang XV Dossiers der ECHA.

Im Folgenden sind nur Quellen zu Informationen angegeben, die nicht auf der Internetseite der ECHA verfügbar sind.

 

Stand der Bearbeitung: 16. Mai. 2018